Destillerie – Gin Herstellung

Destillerie ist die Bezeichnung für eine Brennerei, in der Spirituosen hergestellt werden. In diesen Betrieben, egal ob Großkonzerne, oder in einer kleinen und privaten Destillerie werden diverse Ausgangsstoffe wie Getreide oder Früchte zu Maischen verarbeitet, die nach der Gärung zu hochprozentigen alkoholischen Getränken gebrannt werden. Ob Gin, Kirschwasser, Whisky oder Tequila, alle Spirituosen durchlaufen in der Destillerie einen sehr ähnlichen Weg. Aus den Rohmaterialien wird die Maische erzeugt, die anschließend einen Gärprozess durchläuft, während dem sich der Zucker der Maische in Alkohol umwandelt. Diese meist sehr unansehnliche Masse wird nun in die Brennkessel gefüllt und zu klaren Schnäpsen gebrannt. Nach diesem Prozess ist aber die Arbeit in einer Destillerie noch längst nicht getan. Die erzeugten Spirituosen werden nun gelagert und durchlaufen einen Reifeprozess. Auch müssen die hochprozentigen Spirituosen, wie Gin, Schnaps und Whisky natürlich noch verdünnt werden. Hierzu werden die ansonst nicht trinkbaren Spirituosen mit Trinkwasser auf Trinkstärke vermengt. Die verschiedensten Spirituosen haben natürlich einen unterschiedlichen Alkoholgehalt. Gin muss einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Volumsprozent enthalten, Whisky muss mindestens 40 Volumsprozent aufweisen und beim Rum liegt der Alkoholgehalt zwischen 38 und 80 Volumsprozent Alkohol. Hat man nun die gewünschte alkoholische Stärke der Spirituose erreicht, wird diese gefiltert und abgefüllt. Nun sind Gin, Whisky, Rum und Co auch schon bereit für den Vertrieb und gelangen über den Handel in Bars, Restaurants und private Haushalte, wo sie pur, auf Eis oder in Form von fruchtigen, exotischen oder starken Cocktails genossen werden können.

Wie funktioniert die Destillation?

Destillation wird das Verfahren genannt, bei dem Maische zu Spirituosen gebrannt werden. Das Wort selbst kommt aus dem gebäude einer destillerieLateinischen und bedeutet eigentlich „herabtröpfeln“. Dies bezieht sich auf den Vorgang, bei dem der aufsteigende Dampf der Maische an den Kühlkolben gefangen und als hochprozentige Spirituose gesammelt wird. Beim ersten Schritt wird in jeder Destillerie die Maische zum Sieden gebracht. Dadurch entsteht ein Dampf, der sich anschließend am Kolben fängt und wieder verflüssigt. Durch dieses thermische Trennverfahren entsteht der hochprozentige Alkohol.
Die älteste Destillerie wurde vor mehr als 5.500 Jahren verwendet. Zu damaliger Zeit wurden so ätherische Öle gebrannt, und die ersten Parfums entstanden. Auch für medizinische Zwecke war der so erzeugte, hochprozentige und desinfizierende Alkohol enorm wichtig. Auch destilliertes Wasser wurde bereits 200 vor Christus mit Hilfe dieses Verfahrens erzeugt. Ab dem 17. Jahrhundert gewann die Destillation aber neben der Entsalzung von Meerwasser immer mehr Bedeutung, denn man entdeckte den herrlichen Geschmack des Alkohols und schätzte die berauschende Wirkung. Verschiedenste Schnäpse und Alkoholika wie Gin, Whisky, Rum und Obstbrände waren geboren und gehörten von nun an zum gesellschaftlichen Leben.

Was kann in einer Destillerie gebrannt werden?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach, denn beinahe alles kann zu Maische verarbeitet, und anschließend destilliert werden. Voraussetzung ist natürlich der Zuckergehalt der verarbeiteten Früchte oder Rohmaterialien. Jegliche Obstsorten wie Äpfel, geräte einer destillerieTrauben, Beeren und sogar tropische Mangos verwandeln sich in der Destillerie in hochprozentige Schnäpse. Auch Kartoffeln, Zuckerrohr, Agaven, Gerste und Wacholder für Gin werden zu Maische verarbeitet und nach der Umwandlung des Zuckers und der Stärke in Alkohol gebrannt.

Die wichtigste Grundlage bei der Whisky Herstellung ist Gerste, die für den leicht torfigen und erdigen Geschmack dieses Getränks verantwortlich ist. Tequila wird aus Agaven hergestellt und ist das Nationalgetränk Mexikos. Für die Erzeugung von Rum wird die Melasse des Zuckerrohr benötigt. Rum kann sowohl klar und durchsichtig, als auch bernsteinfarben sein und besticht durch sein außergewöhnliches Aroma. Gin wurde schon, wie heute auch, im 17. Jahrhundert aus Wacholder erzeugt. Genever, wie der Gin zu damaliger Zeit genannt wurde, hatte eine stark medizinische Wirkung und wurde gegen Magenleiden und Nierenerkrankungen eingesetzt. Schnell aber liebte die Bevölkerung das unvergleichliche Aroma und diese Spirituose wurde sowohl beim einfachen Volk, als auch an royalen Höfen ein beliebtes Getränk. Auch heute sind diese altehrwürdigen Spirituosen aus keiner Bar wegzudenken und werden immer noch nach alten Rezepten hergestellt.

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